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Altes Schloss Stuttgart - Landesmuseum Württemberg, Umbau und Sanierung 1. Obergeschoss

Bild: Altes Schloss Stuttgart

Bild: Turmzimmer

Bild: Altes Schloss

Bild: Durchgang

Bild: Altes Schloss

Fotos: Simon Sommer Fotografie,
Ostfildern; Hendrik Zwietasch, Landesmuseum Stuttgart;
Vermögen und Bau Amt Stuttgart

  

Beschreibung

Umbau und Sanierung 1. Obergeschoss


Die Gestaltung der Ausstellungsräume für die Neupräsentation der Dauerausstellung „Wahre Schätze“, die seit Mai 2016 der Öffentlichkeit zugänglich ist, erforderte eine umfassende bauliche und technische Ertüchtigung. Neben der Erneuerung der technischen Anlagen wurden neue Bodenbeläge und Decken eingebaut.
  

Zugang zu den Ausstellungsräumen


Das Alte Schloss ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Von den Denkmalschutzbehörden erfolgte daher die Zielvorgabe, die Eingriffe in die vorhandene historische Bausubstanz auf das Notwendigste zu beschränken und möglichst reversibel vorzunehmen. Der Zugang über den Steg aus der Dürnitzhalle, der einzige Weg zu den neuen Ausstellungräumen innerhalb des Schlosses, musste daher in seiner Dimensionierung unverändert bleiben. Der Durchbruch durch eine mächtige Mauer wurde erst in den 1970er-Jahren hergestellt und zeichnet sich durch seine niedrige, schmale, tiefe und schrägverlaufende Geometrie aus. Um diesem Zugang dennoch die angemessene Aufmerksamkeit als Auftakt der Ausstellung „Wahre Schätze“ zu geben, erhielt der Durchgang eine gestalterische Betonung in Form einer vierschichtigen Kupferverkleidung mit in der Decke integrierter LED-Beleuchtung.
  

Umbaumaßnahmen


Auf die vorhandenen Natursteinböden aus Solnhofener Platten, die aus Denkmalschutzgründen erhalten und geschützt werden mussten, wurden Eichenholzdielen auf schwimmendem Estrich verlegt. Im Estrich verlaufen Elektrokanäle mit zahlreichen, im ganzen Raum verteilten Bodenauslässen, die eine flexible Strom- und Datenversorgung für die Ausstellungsgestaltung ermöglichen.  

In mehreren Räumen mussten die Bestandsdecken aus Rabitzputz erhalten werden. Um dennoch sämtliche Leitungen und Einbauten wie Brandmelder, Notbeleuchtung, Videoüberwachung und Stromschienen geordnet und unauffällig unterzubringen, wurden Akustikelemente aus farbgebundenen Faserplatten gewählt, die aufgrund ihres geringen Gewichtes problemlos an der vorhandenen Decke angebracht werden konnten.  

In den übrigen Räumen konnten die Bestandsdecken entfernt werden. Hier kam es zu unterschiedlichen Ausführungen, die jedoch alle durch einen umlaufenden Fries als gemeinsames Element gefasst sind. Oberhalb des Randfrieses zur Rippendecke verlaufen sämtliche Kanäle, sowohl für die Lüftungsanlage, deren Zu- und Abluft durch Schattenfugen erfolgt, als auch für das Rauchabzugssystem, wodurch übliche Rauchmelder vermieden werden konnten.  

Um den Raum in seiner Länge zu gliedern und optisch die Länge ins Verhältnis zur Höhe zu setzen, wurde zusätzlich eine Querteilung in Form von „Lichtgräben“ ausgebildet. In diesen Vertiefungen sind die Lichtschienen eingebaut.  

Für den Raum der ehemalige Kunst- und Wunderkammer wurden in Anlehnung an frühere Renaissancedecken Holzkassetten gewählt, um so eine besondere gestalterische Qualität und Materialität zu erzielen. Sämtliche Türen mussten mit Einbruch- und Brandschutztechnik aufgerüstet werden.



Projektdaten

Bauherr: Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart

Nutzer: Landesmuseum Württemberg

Planung und Projektleitung: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart

Gebäudeplanung: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart

Tragwerksplanung: Ingenieurgesellschaft Dietrich GmbH Esslingen

HLS-Technik: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart

Elektrotechnik: HPG G. Schork, Stuttgart

Denkmal: Landesamt für Denkmalpflege, Regierungspräsidium Stuttgart zusammen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, Stadtplanungsamt Stuttgart

Nutzfläche: 1.087 qm

Gesamtbaukosten: 2,2 Mio. Euro

Bauzeit: 2013 - 2015

Ausstellungseröffnung: 20.05.2016

 Flyer

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